Sesselkleberaktion auf dem Marktplatz

Als Paul Rechsteiner, Toni Brunner und Co. maskiert, machten die Jungfreisinnigen Kanton St.Gallen am vergangen Samstag auf die Sesselkleber in den eidgenössischen Räten aufmerksam.
„Es gibt diverse Parlamentarier, die schon über 12 Jahre auf ihrem Sessel in Bern kleben. Diese Leute haben keine neuen Ideen mehr. Jetzt braucht es junge Stimmen in Bern, die frischen Wind bringen“, erklärt Nationalratskandidat Christoph Graf.
Drei Jungfreisinnige verkleideten sich als Paul Rechteiner, Eugen David und Toni Brunner maskiert und trugen Schilder um den Hals mit der Anzahl Jahre, die diese Parlamentarier schon in Bern sitzen.
Für die Aktion wurden eigens Flyer gedruckt, die dann an die Bevölkerung verteilt wurden. Zu jedem Flyer gab es ein „Biberli“ oder einen „Mohrenkopf“. Interessierte Passanten durften sich dann auch mit den Sesselklebern ablichten lassen.
„Die Bevölkerung hat unser Anliegen grösstenteils gut verstanden. Die meisten Leute stossen sich daran, dass beispielweise Rechtsteiner schon 25 Jahre im Parlament sitzt“, so Nationalratskandidat Tobias Widmer.
Die Aktion wäre zuerst an der OLMA geplant gewesen; nachdem die Polizei in einem Fernsehinterview aber angedroht hat, die Aktion sofort aufzulösen, hat sich der Vorstand der Jungfreisinnigen Kanton St.Gallen entschieden, die Aktion auf neutralem, öffentlichem Grund durchzuführen.
Sesselkleber abwählen!

Wir Jungfreisinnigen St.Gallen haben den Wahlkampf mit dem Thema Sesselkleber vollends lanciert. Darin fordern wir, dass Bundespolitiker ihre Eigenverantwortung wahrnehmen und nach zwölf Jahren im Amt neuen Kräften Platz machen.
Unser Parlament soll aus einem guten Mix aus allen Interessengruppen, verschiedenen Alterskategorien und gemässigten Politikern bestehen. Dies ist nur gewährleistet, wenn ein Teil der politischen Ämter nach einer Legislaturperiode erneuert wird.
Die Gefahr ist bekanntlich gross, dass sich mit der Zeit eine gewisse Gleichgültigkeit einstellt und die Politiker den Fokus auf die wirklich wichtigen Sachen verlieren. Ausserdem können persönliche Differenzen zwischen den Politikern nötige Reformen blockieren.
Mit unserer Forderung sollen Politiker während ihrer Amtsperiode den Anreiz haben, sich möglichst gut zu verkaufen, damit sie später in der Wirtschaft wieder einen Platz finden. Ein Politiker, der seine Zeit absitzt, hat diese Motivation nicht. So ist auch der Druck höher, die angefangenen Geschäfte abzuschliessen und sein Amt so zu verlassen, dass ein Nachfolger die Geschäfte problemlos übernehmen kann.
Wir wollen keine Quote oder eine Amtszeitbeschränkung. Das wäre nicht liberal. Wir fordern auch nicht, dass nur Junge ins Parlament kommen. Das wäre töricht. Wir wollen einen guten Mix aus Jung und Alt, aus Erfahrung und frischen Ideen. Das ist pragmatisch und sinnvoll.
Unterstützen Sie deshalb unsere Forderung nach der Eigenverantwortung unserer Politiker.
