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Donnerstag, den 21. Juli 2011 um 06:20 Uhr

St.Gallen stinkt zum Himmel

Written by  Joël Krapf
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Foto2Als mietezahlender Mieter im Heiligkreuzquartier stösst mir seit meinem Zuzug nach St.Gallen der unappetitliche Duft der herumliegenden Abfallsäcke buchstäblich sauer auf. Und da nicht nur bei uns im Heiligkreuz, sondern in einer weiten Peripherie die Abfallsäcke wöchentlich vor die Tür gestellt werden müssen, wird dieser beinahe italienische Zustand Woche für Woche vielerorts wiederholt.

 

Natürlich bekenne ich mich schuldig, ein Ordnungsfanatiker zu sein. 

Bekenne ich mich schuldig, dass mich das Bild der vielen Abfallsäcke am Strassenrand stört. 

Bekenne ich mich schuldig, dass mich der Gestank in meiner Wohnung stört, den der volle Abfallsack liebevoll von sich gibt, in freudigster Erwartung, endlich am Donnerstag von mir vor die Tür gestellt zu werden. 

Bekenne ich mich schuldig, dass mich der Zwang stört, jeden Donnerstagmorgen (oder allerfrühstens mittwochs spät in der Nacht), den Abfallsack vier Stockwerke tiefer auf die Strasse zu stellen, um danach vier Stockwerke weiter oben wieder erschöpft ins Bett zu fallen (ja ich bin ein Student). 

Bekenne ich mich schuldig, dass mich die Ignoranz und Untätigkeit der Verwaltung stört. 

 

Und doch. Selbst wenn ich folgendes nicht ganz altruistisch postuliere, so glaube ich dennoch für die Mehrheit der Betroffenen zu sprechen (All jenen, die den Gestank, den Zwang und das vermüllte Strassenbild lieb(t)en, sei an dieser Stelle um Verzeihung gebeten).

 

Denn die Wahrheit ist: St.Gallen braucht mehr Müllcontainer!

 

1.      Müllcontainer sind günstiger! Die Anschaffung von Müllcontainer kostet weniger, als wöchentlich von Füchsen und anderen Viechern (oder auch Menschen?) zerrissene Müllsäcke aufzuräumen.

 

2.      Die Müllsammlung ist schneller! Nur schnell den Müllcontainer am Vehikel einmal ansetzen - das geht schneller, als jeden Sack einzeln in die Müllabfuhr zu werfen (Ist zudem noch günstiger. Aber den Kostenpunkt hatten wir ja schon. Und da Redundanz Müll ist, erwähne ich diesen Punkt kein zweites Mal. Dies ist mein Beitrag zur Müllproblematik).

 

3.      Die Bevölkerung erfreut sich der Flexibilität! Wer selbst wählen kann, wann er seinen Abfallsack entsorgt, ist freier, zwangsloser, glücklicher, zufriedener… entschuldigen Sie die Redundanz. Wahr ist es trotzdem. Und dieser Punkt gefällt mir spontan deshalb so gut, weil selbst die zwangsneurotischen unter uns immer noch zur gewohnten Zeit aus dem Haus pilgern und den Abfall entsorgen können. Flexibilität sein Dank.

 

4.      Weniger Gestank! Wir vertreiben den Gestank. Raus aus der Wohnung; rein in den Müllcontainer (dort ist der Duft ja fast hermetisch eingedämmt). Ich würde mich im Falle einer Umsetzung persönlich bei jedem entschuldigen, der dafür in einem stinkenden Müllcontainer hausen müsste – und zusätzlich Miete verlangen, denn ohne Müllcontainer, gibt es keine zum Hausen zur Verfügung stehenden Müllcontainer.

 

5.      Schöneres Landschaftsbild! Fünf Gründe machen einfach einen besseren Eindruck als vier. Genauso macht eine Strasse ohne Abfallsäcke ein besseres Bild als mit. So einfach ist das manchmal.

Last modified on Donnerstag, den 01. September 2011 um 17:18 Uhr
Joël Krapf

Joël Krapf

Chefredakteur Jungfreisinnige St.Gallen

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