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Mittwoch, den 31. August 2011 um 16:53 Uhr

„Hilfe, wir leben länger.“, sagt die AHV und krepiert.

ahv

 

Seit dem 1. Januar 1948 erfreuen sich die Schweizer der AHV. Der Grundsatz damals war, dass jene Pechvögel, die länger als der Durchschnitt leben, eine Rente für ihre letzten Lebensjahre erhalten. Seit dieser Zeit ist die durchschnittliche Lebenserwartung der Männer von 66.36 auf 77.22 (2003) und jene der Frauen von 70.85 auf 82.82 (2003) gestiegen.

Man muss kein Mathematiker sein, um ausrechnen zu können, dass diese zusätzlichen 10 Jahre AHV-Bezug das System defizitär machen.

 

 

 

Die AHV
Rhetorische Frage: Würden Sie einem Freund Geld leihen, der mehr ausgibt, als er verdient?
Warum tun Sie es dann?
Oder noch schlimmer, warum vertrauen Sie Ihr Geld einer defizitären Staatsinstitution an?
Einer was?
Richtig.

Ihre AHV-Beiträge begleichen Sie stets mit dem Vertrauen, dass Ihnen der Staat das Geld im Falle einer Pensionierung rückerstattet.
Sie vertrauen dem Staat aber gar nicht?
Völlig zu Recht.

 

 

 

Einfache Kausalkette
Evident beim letzten Abschnitt: Das Thema AHV wirft Fragen auf. Ist fragwürdig. Ist chaotisch. Und hat einen leicht strukturlosen Beigeschmack. Doch davon dürfen wir uns nicht ablenken lassen. Denn der Kern des Problems ist ebenso evident: Die AHV ist defizitär, weil wir länger im Ruhestand leben, als damals. Dieser demographische Wandel führt dazu, dass auf einen Rentner immer weniger Erwerbstätige kommen. Das wiederum bedeutet, dass immer mehr Personen AHV-Beiträge beziehen, während immer weniger Beiträge leisten. Und dies ist schlussendlich der Grund, warum die AHV in Zukunft immer mehr Schulden machen wird.
Irgendwie verständlich. Irgendwie logisch. Und irgendwie haarsträubend, dass so viele Politiker diese einfache Kausalkette nicht verstehen (wollen) und als Lösung chronisch vorschlagen, neue Steuern zu erheben, um die falsch strukturierte AHV zu retten.

 

 

 

Ideologie oder nicht Ideologie. Ist das die Frage?
Natürlich kann man die (griechische) Ideologie vertreten, dass der Mensch möglichst früh in Pension gehen soll. In diesem Falle will ich gar nicht streiten. Wer es richtig findet, als Erwerbstätiger immer mehr von seinem Lohn abzutreten, damit er dann möglichst lange als Rentner das Leben ausklingen lassen kann, der soll für diese Meinung kämpfen…
Doch ich sehe es anders. Ich glaube nicht, dass der Mensch fast ein Drittel seines Lebens mit Nichts tun verbringen kann und will – es wird ihm schlicht zu langweilig. Ebenso bezweifle ich, dass die Mehrheit der Bevölkerung steigende Lohnabzüge tolerieren wird und will – es wird ihr schlicht zu viel.
Und deshalb wage ich zu behaupten, dass die stetige (Quer-)Subventionierung der AHV nicht die Lösung für unser Land – für unsere Bevölkerung – ist.

 

 

 

Published in Vox-Libertas