Identifikationsverlust Stadt Wil
Mit grossem Interesse verfolge ich seit einiger Zeit die Diskussion, um das Restaurant und Hotel Freihof. Da anscheinend keine Einigung erzielt werden konnte, blickt das Restaurant mit Hotel in eine ungewisse Zukunft. Kommt es zu einer Renovation der bisherigen Nutzung oder werden ganz einfach weitere Wohnungen gebaut?
Ich darf nun schon seit 20 Jahren in dieser Stadt leben. In dieser Zeit hat sich einiges positiv gewandelt. Doch nun habe ich das Gefühl, mit der Diskussion rund um das Restaurant Hotel Freihof, eine neue Dimension zu erleben. Es ist sehr eindeutig zu beobachten wie in der Stadt Wil eine sehr hohe Bautätigkeit herrscht. Was natürlich im Anbetracht der vielen schönen Seiten die Wil zu bieten hat (z.B. die vorteilhafte verkehrstechnische Lage), nicht weiter schlimm ist.·
Doch bringt es eben nicht nur immer mehr Bewohner (seit 1850 um das elf-fache erhöht), nein es bringt eben auch noch weitere Konsequenzen mit sich (Mehrverkehr, unkonzipierter Bahnhofsplatz usw). Gerade hier möchte ich als junger Wiler meine Meinung kund tun. Ich sehe wie langsam die Stadt Wil teilweise ihre Identität verliert. Es kann nicht sein, dass immer mehr Menschen in dieser Stadt leben und zum anderen zu wenig für die jüngere Generationen getan wird. Es herrscht überhaupt kein Nachtleben in unserer Stadt, welches mit anderen Städten verglichen werden kann. Dazu kommt, dass die Jugend im Stadtparlament untervertreten ist und sich so auch nicht aktiv an den Stadtentwicklungen teilhaben kann. Die Diskussion um den Freihof zeigt deutlich, wie wenig Interesse im Stadtrat und Stadtparlament für ein attraktives und geordnetes Nachtleben herrscht. Was bringt es , wenn diese Stadt immer weiter wächst, aber das Leben und die Kultur auf der Strecke bleiben?
Diese negativen Veränderungen sind auch national erkennbar. So zum Beispiel im neuen Städte-Ranking der Zeitschrift „Bilanz“. Die Stadt Wil hat sich um zwölf Plätze verschlechtert und ist neu auf Platz 69. Dieses Ergebnis gibt mir zu denken. Ich hoffe, dass auch die Jugend in Zukunft Gehör bekommt, wenn es um städtische Anliegen geht, um gemeinsam für eine zukünftig erfolgreiche und lebenswerte Stadt einzustehen.
